Workshop mit Schriftsteller Ingo Cesaro
5-7-5. So lautet die magische Formel für ein Haiku. Die japanische Gedichtform besteht aus drei Wortgruppen, wobei die erste und letzte Zeile jeweils fünf und die mittlere sieben Silben hat. Hier steckt also viel Kreativität drin. Und genau die haben vor Kurzem 18 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Langen bewiesen. Die Ergebnisse sind jetzt im Rahmen einer Ausstellung zu sehen.
Unter Anleitung des Schriftstellers Ingo Cesaro haben die Sechstklässler eigene Gedichte geschrieben, diese mit Bleilettern gesetzt und dann eigenhändig auf einer Handpresse gedruckt. Zuvor hatte der Autor den Mädchen und Jungen einen Einblick in sein literarisches Schaffen gegeben und sie in die Welt des Haiku eingeführt.
Der Workshop ist entstanden aus einer besonderen Kooperation der Stadtbücherei Geestland mit dem Gymnasium und dem Friedrich-Bödecker-Kreis Bremen. Unter dem Motto „Wörterwelten. Lesen und schreiben mit Autoren“ bringt der Bödecker-Kreis Schriftsteller und Bildungseinrichtungen zusammen. Gefördert wird die Initiative über das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Unser Ziel ist es, die Schreib- und Lesekompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und sie in ihrer kreativen Entwicklung zu unterstützen“, betont Rolf Stindl, Vorsitzender beim Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Bremen. Er habe die Schülerinnen und Schüler als sehr motiviert und begeistert erlebt.
Einer von ihnen ist der Zwölfjährige Kolja Gahrmann. Er hatte sichtlich Freude am Dichten und Drucken. „Gibt es Normales oder ist normal anders? Wer weiß, vielleicht schon.“ So steht es auf seinem Zettel. „Ich habe mir gar nicht so viele Gedanken beim Schreiben gemacht, sondern einfach drauflos gedichtet, das aufgeschrieben, was mir gerade in den Sinn kam.“
Gemeinsam mit seinen Mitschülern hat Kolja einen Jahreskalender mit zwölf Blättern zusammengestellt. Die Ergebnisse des Workshops sind noch bis zum 4. April in der Bücherei am Lankenweg zu sehen. „Wer mag, kann sich die Kunstwerke der Schülerinnen und Schüler mit eigenen Augen ansehen – und sich von ihrer Kreativität beeindrucken lassen“, macht Susanne Austein, Leiterin der Stadtbücherei, neugierig auf die Ausstellung.
Ursprünglich erschienen auf https://geestland.eu/Aktuelles/36-1.html?
Vielen Dank an die Stadt Geestland, dass wir den Artikel auf unserer Webseite veröffentlichen dürfen.